Es gibt schöne Beine, kurze Beine, lange Beine, dicke Beine, dünne Beine, alte Beine, junge Beine …

Alle haben eins gemeinsam:
Unsere Beine tragen uns durch unser Leben. Also erhalten wir sie gesund …

Phlebologie

Als Phlebologen sind wir Fachärzte, die sich auf das Erkennen und die Behandlung von Gefäßerkrankungen spezialisiert haben. Wir diagnostizieren und entscheiden über die richtige Therapie. Venenleiden sind mittlerweile so weit verbreitet, dass sie zu den sogen. Volkskrankheiten zählen. Geschätzt leidet ca. ein Drittel der Erwachsenen unter Venenproblemen. Die Beschwerden reichen von schweren und geschwollenen Beinen über unschöne Besenreiser und Krampfadern bis hin zu Entzündungen der tiefen Venen oder dem „offenen Bein“. Entsprechend dem Stadium der Erkrankung gibt es verschiedene Therapiemethoden , darunter die rein medikamentöse Behandlung, die Verödung oder die operative Entfernung.

Venen - der Weg zum Herz

Unsere Venen sind Teil des Herz-Kreislaufsystems und haben die Aufgabe , dass sauerstoffarmes Blut zum Herzen zurück zu transportieren. Der Weg, den das fließende Blut im Körper des Menschen nimmt, hat weder einen Anfang noch ein Ende und wird deshalb als Blutkreislauf bezeichnet, wobei die Venen gegen die Schwerkraft arbeiten. Um das möglich zu machen, richten Venenklappen den Blutfluss. Motor des Kreislaufsystems ist das Herz. Bei krankhaften Venenveränderungen hat das Herz entsprechend mehr zu leisten. Im Laufe eines Lebens können Venen verschiedene Krankheitsbilder aufweisen.

ACHTUNG!
Bei einem Verdacht auf Thrombose und gleichzeitigen Atembeschwerden informieren Sie bitte sofort den Notarzt! Es besteht möglicherweise eine Lungenembolie – und die ist sofort zu behandeln! Lagern Sie bis zum Eintreffen des Notarztes den Oberkörper hoch, um das Atmen zu erleichtern.

Besenreiser

Als Besenreiser bezeichnet man winzige Hautvenen, die sich infolge von geschwächtem Bindegewebe und geschwächter Venenwand als netzförmige Linien an der Hautoberfläche zeigen. Sie stellen eine Sonderform von Krampfadern dar, weshalb man sie auch als Besenreiservarizen bezeichnet.

Risikofaktoren
- Rauchen und Alkoholkonsum
- Bluthochdruck
- Bewegungsmangel
- überwiegend stehende oder sitzende Tätigkeit
- die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel („Pille“)
- familiäre Häufungen
- Übergewicht
- Schwangerschaft

Behandlungsmethoden:
- chirurgische Verödung

Da eine Besenreiserbehandlung in der Regel ein rein kosmetischer Eingriff ist, übernehmen die Krankenkassen nur in sehr seltenen Fällen die Kosten.

Vorbeugende Maßnahmen:
- eine gesunde, aktive Lebensweise
- Verzicht auf Alkohol und Nikotin
- kalt-warme Wechselduschen
- Gewichtsreduktion
- Kompressionsstrümpfe für Personen, die berufsbedingt viel sitzen oder stehen müssen

Krampfadern

Krampfadern treten als Erweiterung der oberflächlichen Venen besonders häufig an den Beinen auf. Dabei rührt die Bezeichnung nicht von "Krampf" sondern von " Krumm" her, denn die meist angestauten und stark erweiterten Venen sind unnatürlich gekrümmt. Der Phlebologe spricht von Varizen und bezeichnet die Krankheit als Varikose. Am häufigsten treten Krampfadern im Beinbereich auf, weil hier schwerkraftbedingt die größte Belastung stattfindet. Darüber hinaus kann es bei Frauen im Bauchbereich zum sogenannten Stauungssyndrom kommen, sowie bei Männern im Hodenbereich. Hier spricht man dann von der Varikozele.

Wenn Venenklappen und Venenspannung nicht mehr ausreichend funktionieren, gelangen Teile des Venenblutes nicht mehr bis zum Herzen. Infolge werden weitere venenabschnitte überlastet. Es beginnt ein jahrelanger Teufelskreis.

Um so wichtiger ist es den Blutfluss wieder in die richtige Richtung zu lenken. Mit der frühen Entscheidung einen Phlebologen aufzusuchen, leisten Sie also einen wichtigen Beitrag für Ihre Herzgesundheit.

Behandlungsmethoden:
- die Entfernung der gesamten (Sammel-) Vene (z.B. Stripping)
- Entfernung nur des erkrankten Abschnittes (z.B. „stadienrelatives“ Stripping)

Die Stripping-Operation ist die klassische und von uns favorisierte Methode zur Krampfaderbeseitigung.

- die Stillegung des erkrankten Abschnittes durch Laser, Radiowelle, Dampf, Mikroschaum, oder Kleber
- Unterbindung des Rückflusses genau dort, wo der Rückfluss beginnt (CHIVA, Laser)
- die Korrektur defekter Klappen (extravasale Valvuloplastie mit Manschette oder, neu: mit Hyaluronsäure-Gel ganz ohne OP)
- die Implantation künstlicher Klappen
- Kompressionsstrümpfe
- Venensport
- Medikamente („Venotonika“)

Vorbeugende Maßnahmen:
- eine gesunde, aktive Lebensweise
- Verzicht auf Alkohol und Nikotin
- kalt-warme Wechselduschen
- Gewichtsreduktion
- Kompressionsstrümpfe für Personen, die berufsbedingt viel sitzen oder stehen müssen

Thrombose

Jeder an einer Gefäßkrankheit leidende Patient sollte typische Anzeichen einer Thrombose kennen und deuten können. Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel, welches die Vene verstopft.

Typische Anzeichen:
- Schmerzen in der Wade (oft plötzlich und stärker werdend)
- Schwellungen am Unter- oder Oberschenkel, die sich über Nacht eher bessern
- Leichte Verfärbung des Beines (bläulich), gut vor dem Spiegel zu erkennen (die Haut wirkt dunkler)
- deutlich hervortretende Venen unter der Hautoberfläche
- Schweregefühl im Bein
- Wärmegefühl im Bein
- Spannungsgefühl im Bein
- leichte Mattigkeit, Unwohlsein
- Atembeschwerden
-sobald Sie aufstehen und gehen, bessern sich die Beschwerden, verschwinden vielleicht sogar ganz.

ACHTUNG!
Bei einem Verdacht auf Thrombose und gleichzeitigen Atembeschwerden informieren Sie bitte sofort den Notarzt! Es besteht möglicherweise eine Lungenembolie – und die ist sofort zu behandeln! Lagern Sie bis zum Eintreffen des Notarztes den Oberkörper hoch, um das Atmen zu erleichtern.

Erste Hilfe bei Thromboseverdacht
-Bleiben Sie ruhig
-rufen Sie einen Arzt

- lagern Sie die betroffene Extremität hoch. So unterstützen Sie den Rückfluss des Blutes in den Venen.
- bewegen Sie die betroffene Extremität möglichst wenig
- schlagen Sie die Beine nicht übereinander
- vermeiden Sie Anstrengungen

- Wenn Sie bereits Erfahrung mit Thrombosen haben, können Sie jetzt noch Folgendes tun (nur in Absprache mit Ihrem Arzt):
Sie können Ihre individuell angepassten Kompressions-Verbände oder -Strümpfe anlegen bzw. anziehen.
Haben Sie Heparin-Spritzen vorrätig, weil Sie sie wegen Thrombose-Gefahr verordnet bekamen, so spritzen Sie sich das Medikament in die Bauchdecke.

oberflächliche Venenthrombose

Die oberflächliche Venenthrombose (OVT) ist eine nichtinfektiöse Entzündung einer oberflächlichen Vene, ausgelöst durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) in dem betroffenen Blutgefäß. Sie kann sowohl in einer Krampfader als auch in einer gesunden Vene auftreten oder aber während der Gabe von Medikamenten und Infusionslösungen über einen Venenkatheter ausgelöste werden.

Bei einer oberflächlichen Venenthrombose ist der erkrankte Venenabschnitt als roter Strang in der Haut zu sehen. Ebenso typisch sind stechende, brennende Schmerzen, die schon bei leichtem Druck auf das betroffene Gefäß auftreten.

Das Gefährliche an oberflächlichen Venenthrombosen ist, dass aus ihnen relativ häufig ein tiefe Beinvenenthrombosen entstehen.

Postthrombotisches Syndrom

typisches Lymphödem

Nach einer Thrombose kommt es nur sehr selten zur völligen Auflösung des Blutgerinnsels.

Etwa 20–50 % der Patienten erkranken im Anschluss an einer tiefen Venenthrombose an einem postthrombotischen Syndrom. Diese Diagnose beeinträchtigt die Lebensqualität der betroffenen Personen stark und hat darüber hinaus erhebliche sozialökonomische Konsequenzen.

Man unterteilt IV Stadien

Stadium I: Ödemneigung ohne Gewebsverhärtung (Gewebssklerose)

Stadium II: Verhärtungen der Haut und des Unterhautfettgewebes (Dermatoliposklerose)

Stadium III: sklerotische Gewebsveränderungen der Haut und des Subkutangewebes und umschriebener Areale der Faszie (Dermatoliposclerosis regionalis)

Stadium IV: wie Stadium III, zusätzlich mit ausgedehnten, manchmal zirkulären Ulzerationen (Ulcus cruris postthromboticum)

Ulcus cruris oder offenes Bein

Besenreiser oder Krampfadern können Frühwarnzeichen für eine chronische venöse Insuffizienz sein. Ebenso gehören eine sogenannte Beinvenenthrombose oder ein postthrombotisches Syndrom häufig zur langen Vorgeschichte des Ulcus cruris venosum. Bestehen diese Krankheitsbilder bereits und bleiben sie unbehandelt, leidet die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Gewebes. Durch die veränderte Durchblutung wird letztlich auch die Haut in Mitleidenschaft gezogen.

Die obere Hautschicht wird dünn und verliert Ihre Heilungseigenschaften. Sie erscheint glänzend bis glasig. Haut und Unterhaut können sich verhärten (sklerosieren). Die Geschwürbildung beginnt meistens im Unterschenkelbereich am Knöchel, da hier Haut und Unterhaut besonders dünn sind.

Typische Warnzeichen:
-Schwergefühl in den Beinen
- Spannungsgefühle und Schmerzen
- Brennen, Kribbeln, Juckreiz
- Überwärmungsgefühl im betroffenen Bein

ACHTUNG!
Nehmen Sie Venenprobleme ernst. Ignorieren Sie sie nicht. Der frühzeitige Gang zum Phlebologen verhindert schwerste Folgeschäden!

Behandlungsmethoden:
- Wundreinigung, Wundbehandlung; Der Abheilungsprozess kann je nach Alter des Patienten und weiterer unterschiedlicher Begleitfaktoren recht langwierig sein.
- Therapie der chronisch, venösen Insuffizienz
- Medikamente, salben
- Kompressionstherapie

Sie möchten sich näher informieren?

Weitere Informationen erhalten Sie unter dem von uns empfohlenen Link:
Wissenswertes zur Phlebology ›